Selbsthilfegruppe für Schädel-Hirn-Verletzte

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Protokoll des Treffens am 3. April 2019

 

Zum Treffen am 3. April 2019 haben wir Kolleginnen der Physiotherapie, Logopädie und der Ergotherapie für eine Diskussionsrunde gewinnen können.
Die Rehabilitation in der Neurologie hat einen besonderen Stellenwert, da die Selbständigkeit der Patienten/innen, die Wiederherstellung ihrer Leistungs- und Arbeitsfähigkeit und die Mobilität oberste Priorität haben und daher einer intensiven Therapie bedürfen.
Die Bandbreite in der Physiotherapie ist dabei sehr groß und kann und muss auf die individuellen neurologischen Ausfälle und Einschränkungen angepasst werden. Mit genauer Befunderhebung ist es Aufgabe der Physiotherapeuten/innen, diese Probleme zu erfassen, zu interpretieren und entsprechend zu behandeln. Von Therapiebeginn an ist es notwendig, das Gehirn mit Informationen sozusagen zu füttern und dafür Inputs zu geben. Zur Unterstützung stehen eine Menge an Konzepten und Hilfsmittel zur Verfügung. Gerade bei Patienten mit neurologischen Störungen ist es ein ständiger Prozess, von der Akutphase bis Monate, oft Jahre danach.
Die Ergotherapie geht davon aus, dass die Betätigung zur Heilung beiträgt. Es beginnt ganz einfach mit einem Wasch- und Anziehtraining. Auch steht ein Werkraum zur Verfügung und allerlei Hilfsmittel, auch speziell für Einschränkungen der Arme und Finger. Ziel ist natürlich dabei auch, dass Betroffene wieder in ihrem gewohnten Alltag zurechtkommen und größtmögliche Selbständigkeit erlangen. Die Ausbildung zum Ergotherapeuten dauert auf der Fachhochschule 3 Jahre; Voraussetzung ist entweder eine Matura oder eine Krankenpflegeausbildung.
Der Bereich Logopädie beschäftigt sich grundsätzlich mit Schluck- Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen und geht eigentlich vom Kopf über den Hals bis zum Rumpf. Ein schwerwiegendes Problem gerade bei neurologischen Patienten sind Schluckstörungen. Diese zu verbessern und wegzubringen, ist ein wichtiger Bereich. Ein großes Feld in der Neurologie sind auch Sprachstörungen und die Therapie soll zu einer Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit führen. Die Ausbildung dauert ebenso 3 Jahre. Für neurologisch Betroffene besteht die Möglichkeit, im 3. Jahr der Ausbildung bei den Studierenden eine Therapie im Ausmaß von 10 Einheiten unter Aufsicht der Lehrenden in Anspruch zu nehmen.

Die intensive Diskussion über den Bedarf an allen Therapien - auch lange Zeit, oft sogar viele Jahre nach einem Geschehen – wird der Vorstand zum Anlass nehmen, Ideen und Konzepte zu entwickeln, die in weiterer Folge zur Verbesserung für Betroffene führen. Eine Möglichkeit wäre ein vermehrtes Angebot z.B. in Tageskliniken. Dabei muss jedenfalls wieder ein Zugang zur Landespolitik, aber auch zur KAGES gefunden werden

Text: ©SHT-Schlaganfall-Stmk./Dagmar Steinbauer

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